Wasser-und-Abwasser.de

Wasservergiftung - man kann auch zuviel trinken

Der menschliche Körper besteht zu mehr als der Hälfte aus Wasser. Dieses Wasser ist an allen Stoffwechselprozessen beteiligt und es wird auch ständig welches ausgeschieden, über die Nieren, über die Haut und über die Lunge. Es muss also auch ständig ersetzt werden, man muss regelmäßig trinken. Aber wieviel ist genug und kann man auch zuviel trinken?

Trinkempfehlungen

Es gibt eine Menge Empfehlungen über die Menge an Wasser, die man trinken sollte. Mal ist von 1,5, mal von zwei, mal von drei Litern Wasser pro Tag die Rede. Es gibt konkrete Angaben, wieviel man an heißen Tagen zusätzlich trinken sollte und wieviel und wann beim Sport. Eher selten ist vom Durstgefühl die Rede, das ja doch der natürlichen Regulation des Wasserhaushalts dient. Tatsächlich ist dieses Durstgefühl meistens, leider nicht immer, ein guter Ratgeber.

Anzeige:

Günter Wagner:

Trink Dich Fit:
Handbuch für das richtige Trinken in Sport - Beruf - Freizeit

pala Verlag: 176 Seiten

Einfach kaufen bei

Richtig ist, dass das Durstgefühl erst dann einsetzt, wenn das Wasserdefizit ein gewisses Ausmaß erreicht hat, so dass es nicht schadet, schon zu trinken, obwohl der Durst erst später kommen wird. Der oft gegebene Rat, schon vor dem Einsetzen des Durstes zu trinken, ist also nicht grundsätzlich falsch.

Richtig ist, dass das Durstgefühl mit dem Alter nachlässt, so dass alte Menschen oft zuwenig trinken, ohne es zu merken.

Richtig ist auch, dass der Wasserbedarf sehr unterschiedlich ist. Menschen unterscheiden sich in ihrem Wasserbedarf, so dass der eine mehr, der andere weniger trinken muss. Der Wasserbedarf hängt auch vom Wassergehalt der Nahrung ab, so dass man je nach Ernährungsgewohnheiten mehr oder weniger Wasser braucht. Pauschale Angaben können da unter Umständen sehr falsch liegen. Wer sehr wenig isst, zum Beispiel weil er abnehmen möchte, muss mehr trinken. Genaueres kann man auf der Extra-Seite nachlesen.

Daneben hängt der Wasserbedarf noch nicht so sehr von der Außentemperatur, sondern mehr von der individuellen Reaktion auf diese Temperatur, also von der Menge des Schwitzens ab. Dasselbe gilt für den Sport. Die Zeit, die man mit Sport beschäftigt ist, ist nicht die relevante Größe. Die Wassermenge, die man durch Schwitzen verliert, die muss ersetzt werden. Der eine schwitzt mehr, der andere weniger.

Wasser und Salz

Das Wasser im Körper enthält eine Menge gelöste Salze, normales Kochsalz, aber auch eine ganze Reihe sonstiger Mineralsalze. Auch Wasser, das über die Nieren oder über die Haut ausgeschieden wird, enthält immer Salze. Man muss also nicht nur das Wasser, sondern auch die Salze ständig ersetzen. Wenn der Salzgehalt des Körpers zu niedrig wird, kann er überschüssiges Wasser nicht mehr richtig ausscheiden.

Das wird vor allem dann relevant, wenn durch Hitze oder Sport mehr Wasser, und damit eben auch mehr Salze ausgeschieden werden als normalerweise. Dadurch bleibt der relative Salzgehalt im Körper ungefähr gleich, obwohl der Wassergehalt unter Umständen dramatisch absinkt. Durch den konstanten Salzgehalt entsteht kein, oder kein ausreichendes Durstgefühl. Es kann also notwendig sein, "über den Durst zu trinken", vor allem, wenn man an solche Situationen nicht gewöhnt ist.

Normalerweise wird der Wasserbedarf des Körpers über Trinken gedeckt, der Salzbedarf dagegen mehr über die feste Nahrung. Wenn man bei Hitze, beim Sport oder in vergleichbaren Situationen viel Wasser inklusive den darin gelösten Salzen verliert und dann durch Trinken nur das Wasser ersetzt, kommt es zu einem Ungleichgewicht. Der Salzgehalt des Körpers sinkt zu stark ab.

Anzeige:

Die Wasservergiftung

Dieses Ungleichgewicht wird als Wasservergiftung bezeichnet, obwohl das Wasser natürlich genauso wenig giftig ist wie sonst auch. Aber bei Salzmangel dringt das Wasser vermehrt in die Körperzellen ein, so dass Ödeme entstehen. Vor allem im Gehirn können diese Ödeme lebensgefährlich sein. Kopfschmerzen bei Hitze oder beim Sport können ein erstes Warnzeichen sein. Vermeiden lässt sich die Wasservergiftung einfach, indem man nicht einfach Wasser trinkt, sondern Wasser, das mit Mineralsalzen angereichert wurde. Das kann man erreichen, indem man einfach ein wenig Kochsalz ins Trinkwasser gibt, oder indem man Apfelsaftschorle trinkt, oder indem man, ganz professionell, isotonische Durstlöscher verwendet. Diese enthalten dann nicht nur Kochsalz, sondern alle benötigten Salze in physiologisch sinnvoller Mischung.

Alternativ kann man auch etwas Salziges essen oder sein Essen etwas stärker salzen. Da aber gerade bei Hitze oft nicht unbedingt deftig-salzig gegessen wird, ist es wichtiger, auf das korrekte Trinken zu achten. Nicht nur Wasser, auch Salz wird benötigt.

Beobachtungen an Vieltrinkern

Manchmal trinken Menschen zuviel, obwohl kein Durstgefühl vorhanden ist. Zum Beispiel gibt es Wetten, wieviel Wasser jemand trinken kann. Wenn dabei pures Wasser verwendet wird, ist das also tatsächlich gefährlich. Was oft nicht realisiert wird, denn was könnte harmloser sein als schlichtes Wasser? Ungefährlicher sind dagegen große Menge Flüssigkeit, die ausreichend Mineralsalze enthalten. Zum Beispiel Apfelschorle, gesalzenes Wasser oder auch Bier. Letzeres hat, vor allem bei größeren Mengen, andere Nachteile, aber zu einer Wasservergiftung führt es nicht so leicht.

Wer auf sich achtet, wird oft feststellen, dass das Durstgefühl garnicht so unspezifisch ist. Man hat mehr Durst auf Getränke, die Mineralsalze enthalten als auf pures Wasser. Eine sehr sinnvolle Regelung, auf die man hören sollte.

Man kann also durchaus auch zuviel trinken, aber wenn man das richtige trinkt (und isst), dann ist das garnicht so leicht zu schaffen.

Anzeige: