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Wassersparen: Warmwasser

Wasser scheint reichlich vorhanden zu sein, jedenfalls kostet es wenig. Wasser zu erwärmen ist dagegen teuer. Zudem wird die Warmwasserbereitung häufig nicht gerade umweltschonend realisiert. Es lohnt sich also, sich über energiesparende Möglichkeiten der Wassererwärmung und über den sparsamen Umgang mit dem warmen Wasser Gedanken zu machen.

Warmes Wasser wird vor allem zur Körperpflege benötigt, aber auch in der Küche, beim Kochen und zum Geschirrspülen. In geringerer Menge wird es auch zum Putzen und Saubermachen gebraucht. Daneben spielt warmes Wasser eine wichtige Rolle bei Wellness- und Wohlfühlanwendungen, dient allen möglichen Zwecken von sportlicher Aktivität beim Schwimmen bis hin zur Entspannung im Whirlpool.

Energiesparende Wassererwärmung

Es gibt viele Möglichkeiten, Wasser zu erwärmen. Welches die beste ist, hängt vom Verwendungszweck und von den jeweiligen Bedingungen ab. Wer sich eine Tasse Tee machen möchte, braucht eine andere Form der Wassererwärmung als jemand, der ein Schwimmbecken füllen möchte.

Jeder Haushalt verfügt über mehrere Möglichkeiten, Wasser warm oder heiß zu machen, für unterschiedliche Zwecke. Jeder hat einen Herd, auf dem man auch Wasser erwärmen kann. Diese Möglichkeit dient hauptsächlich dem Kochen der Mahlzeiten. Schon für Kaffee, Tee oder andere Heißgetränke werden für gewöhnlich spezielle Maschinen oder zumindest Wasserkocher verwendet. Fast alle werden mit elektrischem Strom betrieben. Während es bei kleineren Wassermengen ziemlich eindeutig so ist, dass der Wasserkocher dem Herd sowohl beim Zeit- als auch beim Energiebedarf überlegen ist, ist die Entscheidung für die Art der Wassererwärmung beim warmen Wasser zum Duschen und Händewaschen weniger eindeutig.

Zentrale Warmwasserversorgung

Dusche, Badewanne und oft auch die Küchenspüle werden meistens von einer zentralen Warmwasserversorgung bedient, die an die Heizung angeschlossen ist. Je nach Art der Heizung hat diese Methode Vorteile und Nachteile. Vor allem im Winter, wenn die Heizung sowieso läuft, ist die zentrale Warmwasserbereitung effizient und einfach nutzbar. Und egal mit welchem Brennstoff die Heizung betrieben wird, billiger als elektrischer Strom ist es fast immer.

Im Sommer, wenn nicht geheizt werden muss, sieht es häufig anders aus. Denn der Betrieb einer großen Heizungsanlage, die darauf ausgelegt ist, ein ganzes Haus zu heizen, nur um einmal am Tag zu duschen, ist häufig nicht energieeffizient. Allerdings hängt die Effizienz der zentralen Warmwasserbereitung nicht nur von der Jahreszeit, sondern auch von der Leitungslänge und der Häufigkeit der Benutzung ab. Je länger die Warmwasserleitung und je seltener sie benutzt wird, umso mehr Wasser wird nur erwärmt, um hinterher in den Leitungen wieder abzukühlen. Unter Umständen müssen viele Liter Wasser erhitzt werden, wenn man sich nur kurz mal eben die Hände wäscht.

Aus hygienischen Gründen (Gefahr der Legionellenvermehrung ) wird die Wassertemperatur einer zentralen Warmwasserversorgung meistens auf mindestens 55°C eingestellt, oft sind es 60°C. Das Wasser kommt also zu heiß an der Zapfstelle an, muss durch Zumischen von kaltem Wasser eingeregelt werden.

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Durch die Notwendigkeit, die Wassertemperatur individuell einzuregeln, entsteht unter Umständen ein zusätzlicher Verbrauch an warmem Wasser, das nicht genutzt werden kann. Dadurch steigt der Wasserverbrauch und auch der Zeitaufwand.

Auf der einen Seite ist fließend warmes Wasser heute so selbstverständlich, dass der Begriff Komfort hier schon gar nicht mehr zur Anwendung kommt, auf der anderen Seite ist es aber auch oft Luxus, weil es zu selten genutzt wird, um effizient zu sein. Aber die Heizungsanlage ist nicht der einzige Ort, an dem fließend warmes Wasser im Haus hergestellt werden kann.

Solaranlagen

Warmes, nicht kochendes Wasser lässt sich ideal mit einer Solaranlage herstellen. Wer ein nach Süden geneigtes Dach und genügend Platz im Keller für die Warmwasserspeicher hat, kann sein gesamtes Brauchwasser mit Sonnenenergie erhitzen und auch die Heizung damit betreiben. Aber auch eine kleinere Anlage, vielleicht auch auf einem nach Osten oder Westen geneigten Dach, die nur einen Teil des Bedarfs abdeckt, lohnt sich, wenn sie mit einem elektronisch geregelten Durchlauferhitzer kombiniert wird. Die Sonne heizt das Wasser auf, so stark wie es gerade möglich ist und der Durchlauferhitzer erledigt den Rest, braucht dann nur noch eine geringe Energiemenge, um das Wasser auf die jeweils gewünschte Temperatur zu bringen.

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Elektronisch geregelte Durchlauferhitzer

Egal ob mit oder ohne Solaranlage, fließend warmes Wasser lässt sich auch dezentral, direkt am Verbrauchsort, herstellen. Durchlauferhitzer, die heute elektronisch geregelt Wasser auf exakt die gewünschte Temperatur erhitzen, können direkt neben der Dusche installiert werden und damit Leitungs- und Regelungsverluste minimieren. Man stellt das Wasser an und bekommt sofort warmes oder heißes Wasser mit der exakten, gewünschten Temperatur. Die meisten haben heute Speicherplätze, auf denen mehrere Personen im Haushalt ihre präferierten Temperaturen speichern können, so dass für jeden die Wassertemperatur geliefert wird, die er bevorzugt. Es wird auch nur die Wassermenge erwärmt, die gerade benötigt wird, so dass sich der auf den ersten Blick hohe Stromverbrauch der Durchlauferhitzer relativiert.

Ältere, hydraulisch geregelte Durchlauferhitzer entsprechen dagegen nicht dem Stand der Technik, verursachen unnötig hohe Energiekosten.

Vergleich

Eine zentrale Warmwasserversorgung über die Heizung erwärmt eine bestimmte Wassermenge meistens zu recht geringen Kosten. Allerdings wird, je nach Größe des Hauses, der Länge des Leitungsnetzes und der Häufigkeit der Benutzung, unter Umständen sehr viel mehr Wasser erwärmt, als tatsächlich gebraucht wird. Es kühlt in den Leitungen wieder ab, oder es läuft während der Regelung der Wassertemperatur schlicht in den Abfluss.

Eine dezentrale Warmwasserversorgung über Durchlauferhitzer verursacht meistens höhere Kosten, um eine bestimmte Wassermenge zu erwärmen. Die meisten Durchlauferhitzer werden mit Strom betrieben, eine teure Energieform. Diese Mehrkosten können sich aber relativieren, wenn dadurch die Heizung während der Sommermonate ganz abgestellt werden kann, wenn dadurch Leitungs- und Regelungsverluste minimiert werden können.

Unter Umständen gibt es auch einen Gasanschluss und einen Kamin oder Schornstein, so dass ein gasbetriebener Durchlauferhitzer verwendet werden kann. Gas ist günstiger als Strom, aber nicht überall verfügbar. Vor der Entscheidung für eine bestimmte Form der Warmwasserbereitung muss man also rechnen, die individuellen Gegebenheiten und Gewohnheiten mit einbeziehen in die Betrachtung. Wer nur den Versprechungen der jeweiligen Hersteller glaubt, bekommt im Allgemeinen so viele Meinungen wie er interessierte Experten befragt.

Sparsamer Umgang mit warmem Wasser

Der Ratschlag, zu duschen statt ein Vollbad zu nehmen ist inzwischen altbekannt. Kaum jemand lässt noch die Badewanne volllaufen, nur um den Körper zu reinigen. Alleine schon der Zeitaufwand spricht ja dagegen. Allerdings hat jeder, der es irgendwie realisieren kann, eine Badewanne, die von den meisten weniger zur Körperreinigung als für diverse Wellnessaspekte benutzt wird. Was meistens bedeutet, dass zwar nur selten gebadet wird, dann aber zusätzlich zum Duschen.

Tägliches Duschen führt also nicht unbedingt zu einem verringerten Warmwasserverbrauch. Das gilt insbesondere dann, wenn man den Vergleich mit der Generation führt, die noch das Vollbad zur Körperreinigung genutzt hat. Vor hundert Jahren war es noch üblich, Samstags zu baden, und dann hat auch noch die ganze Familie dasselbe Badewasser benutzt. Ein solches Vorgehen ist mit heutigen Hygienevorstellungen natürlich nicht vereinbar.

Waschlappen

Trotzdem kann man sich von den damaligen Gewohnheiten einiges abgucken, wenn es einem mit dem sparsamen Umgang mit dem warmen Wasser ernst ist. Denn auch die damaligen Hygienevorstellungen haben eine tägliche Körperreinigung beeinhaltet. Die dann mit einer Schüssel Wasser und einem Waschlappen stattfand. Unter heutigen Bedingungen, bei einer Lebensweise ohne körperliche Arbeit, lässt sich auf diese Weise schnell und sparsam eine effektive Körperreinigung durchführen. Es ist nur ungewohnt und nicht modern. Aus hygienischen Gründen sollte man Waschlappen nur einmal benutzen und dann in der Waschmaschine bei mindestens 60°C waschen. Da sie dort nur wenig Platz benötigen, ist der zusätzliche Aufwand und Energieverbrauch vernachlässigbar.

Eine solche Vorgehensweise schlägt die sparsamsten Duschköpfe und die effizienteste Warmwasserbereitung um Längen. Hinzu kommt der geringe Zeitbedarf. Heutige Effizienzvorstellungen lassen sich also ganz ausgezeichnet mit altmodischen Mitteln realisieren.

Allerdings ist die Körperreinigung, bei der es in hohem Maße um Effizienz geht, die schnell gehen soll und dabei gerne auch sparsam sein darf, nur ein Teil des Warmwasserverbrauchs.

Warmwasser in der Küche

In der Küche wird warmes Wasser benötigt, um Geschirr zu spülen. Das erledigt heutzutage meistens die Geschirrspülmaschine, die das Wasser elektrisch aufheizt. Geräte mit einem zweiten Wasseranschluss, der das Warmwasser aus der zentralen Warmwasserversorgung oder von einer Solaranlage nutzt, arbeiten im Allgemeinen sparsamer. Allerdings muss man auch hier die Frage berücksichtigen, ob die Heizung extra deswegen läuft und wie weit die Wege sind, die das warme Wasser zurücklegen muss.

Für kochendes Wasser ist die Warmwasserversorgung nicht die geeignete Quelle, da das Wasser nicht heiß genug aus dem Hahn kommt. Da es unvermeidlich ist, nicht nur das Wasser, sondern auch das Gefäß, die Kaffeemaschine oder den Wasserkocher, mit zu erhitzen, ist es nicht effektiv, zusätzlich dazu auch noch die Leitungsverluste aus der Warmwasserleitung hinzuzunehmen. Es ist effektiver, Wasser nur einmal, in einem Arbeitsgang, zu erhitzen. Warmes Wasser aus einer Quelle zu nehmen und kochendes Wasser auf eine andere Art zu bereiten.

Putzen und Saubermachen

Zum Putzen und Saubermachen wird meistens warmes Wasser aus der Warmwasserversorgung verwendet. Da man es ohnehin durch die Wohnung trägt, ist es am sparsamsten, das Wasser aus einem Hahn möglichst in der Nähe der Wärmequelle zu entnehmen, also entweder direkt neben dem Durchlauferhitzer oder im Keller in der Nähe der Heizung.

Warmes Wasser für Wellnessanwendungen

Überall da, wo warmes oder heißes Wasser notwendig ist, wird über Sparsamkeit nachgedacht. Sparsame Technik und sparsame Verhaltensweisen liegen durchaus im Trend. Gleichzeitig gibt es aber eine Tendenz, mit warmem Wasser geradezu verschwenderisch umzugehen, wenn es um das Wohlbefinden, um Wellness geht. Extragroße Badewannen, Whirlpools und Sprudelbäder der unterschiedlichsten Arten gibt es in vielen Häusern. Insgesamt wird also in vielen Haushalten gespart, wo es geht, und trotzdem resultiert ein hoher Verbrauch an warmem Wasser. Es lohnt sich, mal hinzugucken, wo das Wasser tatsächlich verbraucht wird, und über Alternativen nachzudenken. Öffentliche Bäder haben oft das umfangreichere Angebot und sind trotzdem effizienter, weil sie von vielen Menschen genutzt werden. In größeren Anlagen lohnen sich dann auch Wärmerückgewinnung und andere Energiespartechniken, die im privaten Sektor überdimensioniert wären.

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