Wasser-und-Abwasser.de

Wäsche waschen mit Regenwasser

Wäsche waschen lässt sich nicht vermeiden. Der Verbrauch an Wasser und Energie, letzeres vor allem für das Aufheizen des Wassers, ist bei modernen Waschmaschinen zwar nicht mehr so hoch wie früher, aber durch Regenwassernutzung kann auch hier gespart werden. Regenwasser ist sehr weiches Wasser, was den Waschmittelverbrauch deutlich reduziert.

Anzeige:

Miele:

W 5889 WPS EcoComfort Waschmaschine
A+++ / 1600 UpM / 8 kg / Lotosweiß /
zweiter Wasser-Anschluss / LiquidWash

Einfach kaufen bei

Ökologisch betrachtet ist die Regenwassernutzung zum Wäschewaschen sehr sinnvoll. Denn Regenwasser entsteht von selbst immer wieder neu, während Trinkwasser aus immer tieferen Brunnen gefördert werden muss, was diverse Umweltprobleme nach sich zieht. Regenwasser hat eine sehr geringe Wasserhärte, was Kalkablagerungen in der Waschmaschine vermeidet und den Verbrauch an Waschmitteln senkt. Dadurch steigt die Lebensdauer der Waschmaschine und der Stromverbrauch zum Aufheizen bleibt über die Jahre konstant. Weniger Waschmittel bedeuten auch eine geringere Belastung von Kläranlagen und Umwelt und sie bedeuten weniger Waschmittelrückstände in der Kleidung, was vor allem für Allergiker vorteilhaft ist.

Es gibt Waschmaschinen mit zwei Wasseranschlüssen, die man an die hauseigene Warmwasserversorgung anschließen kann. Denn Waschmaschinen erwärmen das Wasser mit elektrischem Strom, was teurer ist als die Erwärmung mit Sonnenenergie oder durch die Zentralheizung. Allerdings wird bei jedem Waschgang nur wenig Wasser erwärmt, meistens so um die zehn Liter, so dass die mögliche Einsparung eher gering ist. In der Folge haben sich diese Maschinen nie wirklich durchgesetzt.

Dagegen wird pro Waschgang heutzutage insgesamt um die 50 Liter Wasser benötigt, unter Umständen auch mehr. Wenn ohnehin eine Regenwasseranlage vorhanden ist, dann spricht nichts dagegen, die Wäsche damit zu waschen. Das spart die Kosten für das Wasser und einen Teil der Kosten für das Waschmittel. Weichspüler wird im Allgemeinen nicht benötigt, kann also auch eingespart werden. Wer will, kann dann noch das Regenwasser mit Solarenergie erwärmen oder gleich den ganzen Strom für das Waschen selbst produzieren. In dem Fall kann man dann bei der Anschaffung der Waschmaschine sparen, denn ihr Energie- und Wasserverbrauch ist dann nicht mehr so wichtig.

Hygienische Überlegungen

Viele Menschen haben Bedenken, ihre Wäsche mit Regenwasser zu waschen, weil sie glauben, dort müssten vermehrt Keime und Krankheitserreger enthalten sein. Bei einer korrekt, nach den Regeln der Technik installierten Regenwassernutzungsanlage ist das nicht der Fall. Das Regenwasser fällt keimfrei vom Himmel, eine mögliche Belastung kann nur vom Hausdach kommen, über das es gewonnen wird. Eine korrekt arbeitende Regenwasseranlage speichert das Wasser erst, nachdem der erste Regen das Dach (und die Luft) reingewaschen hat, speichert also nur sauberes Wasser. Bevor es in die Zisterne läuft, wird es auch nochmal gefiltert. In der Zisterne wird es dunkel und kühl gelagert. Wenn die eigene Regenwassernutzungsanlage dieser Beschreibung entspricht, kann das Wasser normalerweise bedenkenlos für das Wäschewaschen benutzt werden.

Wer skeptisch ist, kann sein Wasser testen. Wenn es klar und rein aussieht, dabei geruchlos ist, dann ist es im Allgemeinen zum Wäschewaschen geeignet. Wenn es faulig riecht, dann stimmt natürlich etwas nicht. Dann sollte man damit nicht nur nicht waschen, sondern es überhaupt nicht mehr nutzen. Daneben gibt es natürlich die Möglichkeit, sein Wasser im Labor untersuchen zu lassen.

Anzeige:

Bedenken sollte man auch, dass Waschwasser keine Trinkwasserqualität braucht, als Standard gelten die Regeln für Badegewässer. Die von Wasser aus korrekt arbeitenden Regenwassernutzungsanlagen im Allgemeinen problemlos eingehalten werden. Im Allgemeinen enthält die Schmutzwäsche die Keime externer Link, nicht jedoch das Wasser. Eventuell doch noch vorhandene Keime werden spätestens beim Trocknen der Wäsche abgetötet. Wer es dann immer noch nicht glaubt, muss bügeln. Die Hitze tötet alles ab, was noch irgendwie vorhanden sein sollte. Da mögliche Keime im Allgemeinen mit der Wäsche in die Waschlauge kommen, kann es auch bei Verwendung von Trinkwasser passieren, dass nach dem Waschen nicht alles weg ist. Auch das ist also kein Argument gegen das Regenwasser.

Dagegen ist es nicht sinnvoll, das Wasser mit Desinfektionsmitteln zu behandeln. Zum einen ist das nicht nötig, wenn die Regenwasseranlage korrekt geplant ist und einwandfrei arbeitet. Zum anderen schadet es der Umwelt, und auch der eigenen Gesundheit sind Desinfektionsmittel nicht wirklich förderlich. Die meisten Desinfektionsmittel sind mit einer mehr oder weniger langen Liste von Gefahrstoffkennzeichnungen versehen. Kläranlagen tun sich oft schwer, sie wieder aus dem Wasser zu entfernen. Sie wirken nicht nur auf Keime, sondern auch auf menschliche Haut, Atemwege und andere Organe. Vor allem Allergiker haben oft erhebliche Probleme. Man sollte sie also nur dann anwenden, wenn es einen wirklichen Grund dafür gibt. Die Sterilisierung, also die Keimabtötung durch Hitze wie beim Bügeln, ist der Wirkung der Desinfektionsmittel auch klar überlegen.

Wäsche, die mit 60 Grad und einem modernen Waschmittel gewaschen wurde, ist im Allgemeinen keimfrei. Bei niedrigeren Temperaturen kann es vorkommen, dass Keime nicht abgetötet werden, aber das ist unabhängig davon der Fall, ob Trink- oder Regenwasser verwendet wird.

Technische Überlegungen

Wer bereits eine Regenwassernutzungsanlage hat, hat für gewöhnlich auch einen Wasseranschluss für die Waschmaschine. Die also nur noch angeschlossen zu werden braucht. Wer die Anlage erst plant, sollte den Wasserverbrauch für die Waschmaschine in die Planung einbeziehen, damit das System groß genug dimensioniert wird.

Wer Regenwasser nutzt, hat für gewöhnlich auch zwei Wasseranschlüsse in der Waschküche oder im Keller, oder wo die Waschmaschine stehen soll. Man kann den Anschluss fürs Trinkwasser schlicht ungenutzt lassen oder anderweitig verwenden, man kann aber auch hier eine Waschmaschine mit zwei Wasserzuläufen verwenden, die dann zum Beispiel mit Regenwasser wäscht, aber für den letzten Spülgang dann doch Trinkwasser verwendet. Das ist nicht wirklich notwendig, aber manche Menschen fühlen sich mit einer solchen Regelung sicherer. Die entsprechende Verzweigung kann man auch selbst bauen externer Link.

Für die Waschmaschine ist Regenwasser besser als Trinkwasser, weil Regenwasser so gut wie keinen Kalk oder andere gelöste Minerale enthält. Die Maschine kann auch bei hohen Temperaturen nicht verkalken, sie wäscht mit minimaler Waschmittelmenge optimal sauber. Das lässt eine längere Haltbarkeit der Maschine erwarten. Dabei entfällt die Notwendigkeit, Weichspüler zu verwenden. Das weiche Wasser hinterlässt ganz von alleine weiche Wäsche.

Bevor man in die Regenwassernutzung einsteigt, sollte man ökologische und ökonomische Überlegungen anstellen. Ökologisch betrachtet ist die Regenwassernutzung klar im Vorteil, man schont die Ressourcen an Grundwasser, man vermeidet Verschmutzung durch hohe Waschmittelmengen oder Entkalker. Ob sich das Ganze auch ökonomisch lohnt, lässt sich im Voraus berechnen. Man braucht die Zisterne und die ganze Regenwasseranlage, inklusive einem Hauswasserwerk, das (eher wenig) Strom verbraucht. Man spart die Wassergebühren, nicht jedoch die Abwassergebühren. Das Wasser muss ja trotzdem in der Kläranlage gereinigt werden. Je größer der Haushalt, je öfter gewaschen wird, je mehr sonstige Nutzungen für das Regenwasser eingeplant sind, umso eher wird die Anlage rentabel sein. In jedem Fall tut man der Umwelt etwas Gutes.

Häufig gehörte Argumente, dass ein geringerer Verbrauch an Trinkwasser nur zu einer Erhöhung der Kosten für dieses Trinkwasser führen, sind nicht ganz von der Hand zu weisen. Die Leitungssysteme sind für stetig steigenden Verbrauch durch immer mehr Menschen, die immer mehr Wasser verbrauchen, ausgelegt. Wenn diese Vorgaben jetzt nicht eingehalten werden, dann kann es zu Störungen im Betrieb kommen. Ob es sinnvoll ist, deswegen Wasser zu verschwenden, sei dahingestellt. Eine realistischere Planung seitens der Kommunen und Wasserversorger wäre vielleicht auch eine Option.

Anzeige: