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Kompost- oder Trockentoiletten

Eine Komposttoilette ist genau kein WC, sie funktioniert ohne Wasser. Deshalb wird sie auch als Trockentoilette bezeichnet, und wegen ihres Produktes auch als Humustoilette. Denn das ist es, was Komposttoiletten tun, sie entfernen die menschlichen Abfälle nicht einfach, sondern wandeln sie zu wertvollem Humus um. Das ist zum einen wassersparend und zum anderen ökologisch sehr sinnvoll. Denn menschliche Fäkalien sind phospor-, kalium- und vor allem stickstoffhaltig, also eigentlich ideale Düngemittel. Als solche sind sie im Wasser fehl am Platze, führen nur zu unerwünschtem Algenwachstum und anderen unerwünschten Wirkungen. Auf dem festen Land dienen sie dagegen, vor allem im kompostierten Zustand, als wertvoller Dünger.

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Menschliche Exkremente enthalten neben düngenden Stoffen auch eine Vielzahl von Bakterien, unter denen auch Krankheitserreger sein können. In Kläranlagen werden diese Stoffe durch aufwendige Prozesse weitgehend entfernt, aber es geht auch einfacher. Bei fachgerecht durchgeführter Kompostierung werden Krankheitserreger schlicht durch die entstehende Hitze abgetötet, ohne Zugabe irgendwelcher Chemikalien oder ähnlichem.

Wir investieren viel Geld in die Entfernung der Fäkalien aus dem Wasser, Geld, das wir uns sparen könnten, wenn wir sie garnicht erst dort hinein tun würden. Gleichzeitig entstehen viele Probleme durch die verbreitete Verwendung von künstlichen Düngemitteln. Man könnte also an zwei Stellen Kosten sparen, und gleichzeitig ökologisch verantwortlich handeln, wenn man Komposttoiletten verwenden würde.

Dieser Gedanke ist nicht neu, er wurde zum Beispiel bereits seit 1975 von Friedensreich Hundertwasser in recht drastischen Worten formuliert. Seine Ausführungen hat er mit einer Bauanleitung illustriert, die zum Bau einer tatsächlich funktionierenden Humustoilette verwendet werden kann. Kompost-Toiletten werden deshalb manchmal auch als Hundertwasser-Toiletten bezeichnet. Dagegen ist die Hundertwasser-Toilette im neuseeländischen Kawakawa nur ein von Hundertwasser gestaltetes WC.

Kompost-Toiletten im Haushalt

Kompost-Toiletten können, müssen aber nicht selbst gebaut werden. Es gibt heute eine Vielzahl von Anbietern, die fertige Trockentoiletten anbieten, die überall aufgestellt werden können. Überall ist dabei durchaus wörtlich zu verstehen. Humus- oder Kompost-Toiletten benötigen keine Anschlüsse, weder Wasser, noch Abwasser oder Strom, sie benötigen garnichts. Sie brauchen nur etwas mehr Platz als ein normales WC, sehen etwas klobiger aus.

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Und sie benötigen organisches Abdeckmaterial wie Stroh, Laub oder ähnliches, wobei auch der entstehende Humus verwendet werden kann. Gelegentlich, alle paar Wochen, müssen geringe Mengen hochwertigen Düngers "entsorgt", also aus dem Auffangbehälter der Toilette entfernt werden. Dieser Humus kann direkt im Garten verwendet werden, oder, wenn kein Garten vorhanden ist, auch die Zimmerpflanzen düngen. Als letzte Möglichkeit kann er immer noch über die grüne Tonne für Bioabfälle entsorgt werden.

Noch haben sich Kompost-Toiletten nicht durchgesetzt, was aber mehr an Vorurteilen und Mangel an Information liegt als an irgendwelchen Nachteilen dieser Toiletten. Eine nicht unerhebliche Rolle spielt auch der Anschlusszwang an nicht überall sinnvolle Kanalisationssysteme. Relativ verbreitet sind sie an Orten, an denen keine Wasser- und Abwasseranschlüsse vorhanden sind. Also auf Campingplätzen, in Wochenendhäusern, Schrebergärten und ähnlichem. Wer im Keller, unterhalb der Rückstauebene der Kanalisation, ein zusätzliches Klo einrichten möchte, sollte auch eine Kompost-Toilette in Erwägung ziehen. Grundsätzlich können sie in jedem Haushalt aufgestellt werden. Es gibt sie in allen Preisklassen, von einfacher bis Luxusausstattung. Gute Ausführungen sind geruchsfrei, hygienisch und auch sonst einwandfrei. Nur ungewohnt.

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