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Trinkwassergewinnung aus Grundwasser - einige Implikationen

Wasser kann nicht wirklich verbraucht werden, auch nach der Nutzung ist es immer noch da. Es gibt also einen Kreislauf der Wassernutzung, jedenfalls im Prinzip. Eine wichtige Ausnahme von diesem Kreislaufprinzip stellt ausgerechnet die Trinkwassergewinnung dar.

Trinkwasser wird weltweit, wo immer es möglich ist, aus Grundwasser gewonnen. Das war nicht immer so, aber leider hat Quellwasser heute nur noch in Ausnahmefällen Trinkwasserqualität, an Oberflächengewässer braucht man im Grunde garnicht zu denken. Grundwasser ist dagegen im Allgemeinen frei von menschengemachter Verschmutzung und deshalb ohne oder nach nur wenig aufwendiger Aufbereitung als Trinkwasser geeignet. Die Nutzung von Grundwasser ist deshalb relativ kostengünstig und sie garantiert sauberes Trinkwasser, jedenfalls im Prinzip und im Moment. Der Nachteil dieser Vorgehensweise ist, dass Trinkwasser dadurch zu einem endlichen Rohstoff wird, dass es nicht mehr Teil eines immer wieder durchlaufenen Kreislaufs ist.

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Grundwasservorräte sind endlich

Denn die Vorräte an sauberem Grundwasser sind endlich. Neues Grundwasser entsteht, vereinfacht gesagt, durch Versickerung von Oberflächenwasser. Grundwasser, das in geringer Tiefe angefunden wird, also erst in jüngerer Vergangenheit zu Grundwasser geworden ist, hat deshalb, aufgrund der Verschmutzung des versickernden Wassers, schon heute vielerorts keine Trinkwasserqualität mehr. Es wird also auf tiefer liegende Grundwasseraquifere zurückgegriffen, es wird tiefer gebohrt, es werden Wasserreservoire angebrochen, die teilweise seit Jahrtausenden dort in der Tiefe liegen. Da dieses Wasser zu Zeiten an seinen Lagerort gelangt ist, zu denen es noch garkeine menschliche Zivilisation mit ihren vielfältigen Verschmutzungen gab, ist dieses Wasser natürlich von hoher Qualität. Es vermittelt uns die Illusion von sauberem Trinkwasser als Selbstverständlichkeit.

Aber dieses Wasser ist nur in endlicher Menge vorhanden, wie andere Bodenschätze und natürlichen Rohstoffvorkommen auch. Und der Vorteil der kostengünstigen Gewinnung relativiert sich durch die hohen Bohrkosten.

Nebenwirkungen der Trinkwassergewinnung

Die Gewinnung von Trinkwasser aus Grundwasser stellt zur Zeit die am häufigsten praktizierte Methode dar. Die Vorteile dieser Vorgehensweise sind offensichtlich. Geringe Aufbereitungskosten durch sauberes Grundwasser, (noch) geringe Gewinnungskosten durch einfaches Hochpumpen, sauberes, hygienisches, gesundes Trinkwasser.

Die Nachteile sind weniger offensichtlich. In der Vergangenheit, und auch heute noch, wurde und wird Wasser nicht nachhaltig bewirtschaftet. Es wird sauberes Wasser entnommen und mehr oder weniger verschmutztes Wasser in die Umwelt zurückgegeben. Durch diese Vorgehensweise wurden bereits die früher genutzten Trinkwasserquellen, wie Oberflächengewässer und Quellwasser, so stark verunreinigt, dass eine Nutzung als Trinkwasser ohne aufwendige Vorarbeiten praktisch ausgeschlossen ist. Das gleiche droht auch mit den Grundwasservorkommen zu passieren, ist mit Grundwasservorkommen in geringer Tiefe bereits passiert.

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Durch die ausreichende Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser (jedenfalls in vielen Gebieten) entsteht die Illusion, man müsste sich über dieses Lebensmittel keine Gedanken machen, es wäre unbegrenzt, selbstverständlich vorhanden. Eine solche Denkweise verhindert notwendige Maßnahmen zur Wasserreinhaltung.

Durch das heute praktizierte Hochpumpen von Wasser aus großen Tiefen entsteht dort unten kein Vakuum. Sondern neues Wasser fließt von oben nach. Dieses ist nicht so sauber wie das ursprünglich dort vorhandene Wasser. Teilweise finden auch Bodenabsenkungen statt, so dass die Höhe der Landoberfläche absinkt, sich geologische Formationen verändern. Dadurch, dass teilweise verschmutztes Wasser nachfließt, verliert das tiefe Grundwasser seine Qualität. Es ist also nicht nur durch die Menge begrenzt, sondern auch dadurch, dass es nicht sauber gehalten wird.

Trinkwasser wird nach Benutzung nicht in die Tiefe zurückgepumpt, sondern in Oberflächengewässer entlassen. Es konnte schon heute festgestellt werden, dass dies zum Ansteigen des Meeresspiegels beiträgt. Nach Berechnungen von Wissenschaftlern wird sich dieser Effekt in der Zukunft verstärkt fortsetzen, wie man zum Beispiel hier (auf englisch) nachlesen kann .

Der sorglose Umgang mit Wasser könnte also unter Umständen noch Nebenwirkungen haben, mit denen im Moment noch kaum jemand rechnet.

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